

Dierk Behrmann feiert erstaunliches Branchenjubiläum
65 Jahre Ideen in Aluminium: Herzlichen Glückwunsch Dierk Behrmann
197 Jahre ist es her, dass der Däne Hans Christian Ørsted Aluminium zum ersten Mal synthetisch herstellen konnte. Seitdem hat sich Aluminium bis heute zu einem der wichtigsten metallischen Werkstoffe entwickelt.
Seit 65 Jahren gestaltet ein deutscher Unternehmer die Entwicklung der Aluminium-Branche aktiv mit: Dierk Behrmann aus Remagen. Am 1. April 1957 begann Behrmann seine Lehre als Metallkaufmann, bevor er Ende der 50er Jahre seinen bemerkenswerten Werdegang in Hannover bei den Aluminium-Umschmelzwerken E. Biskupek startete.
Nach weiteren Stationen bei internationalen Alumi-nium-Werken begann Dierk Behrmann 1969 bei den Kai-ser-Preussag Aluminiumwerken in Koblenz seine Karriere als Führungskraft. Doch schon 1974 gründete der Unterneh-mer-Unruhe-Geist Behrmann gemeinsam mit drei weiteren Gesellschaftern sein eigenes Unternehmen, Aluteam.
Es begann mit Aluteam
Operativ startete das junge Unternehmen 1975 auf einer in De Lier, Niederlande, gemieteten Aluminium-Strangpressanlage. Während am Wochenende die technische Mannschaft nach Hause fuhr, übernahmen von Freitag bis Sonntagabend die Kaufleute einschließlich Dierk Behrmann die Profilproduktion, die Wärmebehandlung, Verpacken und Verladen der Profile. Erst ein Jahr später expandierte Aluteam durch den Kauf einer eigenen Strangpresse am Standort Mayen bei Koblenz, d e r später zum Hauptsitz der Alu-team-Firmengruppe wurde.
Innerhalb eines Jahrzehnts entwickelte sich das damalige Start-up zu einem Schwergewicht in der Branche. Vom Bau des ersten Werks mit eigener Produktionsanlage im Jahre 1976 wuchs die Aluteam-Gruppe auf 1.400 Mitarbeitern mit einem Umsatz von rund 400 Millionen DM im Jahr 1985.
Der Stratege Behrmann erkannte schon früh die komplexen Verflechtungen der Alumi-nium-Branche im In- und Ausland und die Notwendigkeit von flexiblen operativen Einheiten. So umfasste die Aluteam-Gruppe schon Mitte der achtziger Jahre 28 Tochterunternehmen mit jeweils geschäftsführenden Gesellschaftern. In dieser Zeit hat Dierk Behrmann die Mitarbeiterbeteiligung an der Alu-team-Gruppe eingeführt und damit allen Mitarbeitern die Chance der Erfolgsbeteiligung gegeben.
Ein wichtiges Standbein in der Anfangsphase war die Herstellung von Strangpressprofilen für einen marktführenden Fenstersystemanbieter. In der weiteren Unternehmensentwicklung diversifizierte die Gruppe ihr Portfolio vom Aluminium-Schrottrecycling über Aluminiumgussteile bis zu marktreifen Fertigprodukten auf der Basis von Aluminiumprofilen. Dazu gehörten zum Beispiel Gerüste, Brückengeländer, Fensterbänke, Luftfrachtpaletten und Turnierhindernisse für den Reitsport. Dierk Behrmann selbst war begeisterter Vielseitigkeitsreiter. Die Kombination aus Springen, Dressur und Geländereiten faszinierte Behrmann jahrzehntelang. Tatsächlich gewann er auch einmal die Meisterschaft im Mannschafts-Vielseitigkeitsreiten in Rheinland-Pfalz.
Ende der 80er Jahre war die Aluteam-Gruppe mit rund 2.200 Mitarbeitern, 40 Tochterunternehmen in Europa und den USA sowie einem konsolidierten Jahresumsatz von rund einer Milliarde DM auf ihrem Zenit. Das nahmen Dierk Behrmann und seine Mitgesellschafter zum Anlass und veräußerten ihre Aluteam-Anteile an die österreichische Amag. Ein Jahr lang noch arbeitete Behrmann im Vorstand der Amag in der österreichischen Zentrale in Ranshofen. Doch schon innerhalb des ersten Jahres wurde ihm klar, dass er für ein Konzernleben nicht geschaffen ist: Dierk Behrmann verließ die Amag.
Zahlreiche erfolgreiche Unternehmungen
Lange hielt Dierk Behrmann sein anschließendes Sabbatical nicht aus. Zunächst stieg er kurzerhand in die Hotelerie-Szene ein und wurde Hotelbesitzer in Mayen und in der Lüneburger Heide. Anschließend engagierte er sich im Osten und übernahm 1990 im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung ein Metallwerk in Harzgerode. Zusätzlich übernahm er außerdem eine Gießerei in Torgelow sowie ein weiteres Metallwerk in Blankenburg. Insgesamt beschäftigte er damit rund 1.000 Mitarbeiter in den verschiedenen Werken. Der begeisterter Hobbypilot reiste bevorzugt in seiner Cessna zu den unterschiedlichen Terminen in Europa. Zur Jahrtausendwende endete dieses Kapitel mit der Übernahme der Firmengruppe durch Trimet Aluminium.
Der Unruhe-Herd und Powermensch Behrmann gestaltete wie selbstverständlich weitere Firmen und Gesellschaften: Nachdem er die Handelsgesellschaft Pannon Metal in Ungarn sowie die Beratungsfirma TEC Consult gegründet hatte, folgte das Engagement in Polen mit der ICI und der Elrec. In der Weiterentwicklung seiner Aktivitäten strukturierte er die Unternehmensgruppe 3River Metal Group mit dem Fokus auf die strategisch wichtigen Lieferketten.
Das Headquarter ist in Deutschland platziert, an seinem Wohnort Remagen. Handelsniederlassungen und Produktionszentren sind in Ungarn, Deutschland und Polen angesiedelt. Daher auch der Unternehmens-Name 3River Metal Group. Die Firmen sind jeweils ansässig an den Flüssen Rhein, Oder und Donau.
Persönliches Motto: „Panta rhei“
Ein langjähriger Wegbegleiter von Dierk Behrmann weiß über dessen Cleverness zu berichten: „Nichts bleibt bei Dierk undiskutiert – immer mit dem Ziel, dass am Ende er recht behält. Und das macht er unheimlich geschickt, denn er gibt seinem Gegenüber stets seine Zustimmung – „aber“ noch mehr recht hat am Ende immer er.“
Der Mensch Behrmann hat eine besondere Beziehung zu Wasser. Die Erkenntnis von Heraklit von Ephesos „Alles befindet sich in einem ständigen, fließenden Prozess des Werdens“ ist zu seinem persönlichen Motto geworden: „Panta rhei“.
Veränderung der Veränderung zuliebe lehnt Behrmann ab. Aber sich an die stets neuen Herausforderungen des Lebens anzupassen und das Beste daraus zu machen, das ist die Maxime von Dierk Behrmann. So hat Behrmann früh erkannt, dass zum Beispiel der Klimawandel nicht nur ein Modewort ist, sondern wirklich nachhaltige Veränderungen für die kommenden Generationen mit sich bringt. Um Verantwortung zu übernehmen und auch mit gutem Beispiel voranzugehen, arbeitet die 3River Group seit einigen Jahren am Ziel der klimaneutralen Produktion. Die Produktionsstätten in Polen von 3River produzieren mittlerweile über 500 kWp an Strom und am brandneuen Produktionsstandort in Skabimierz wird auf Gas mittels Wärmepumpe vollkommen verzichtet.
Strategische Partnerschaft mit Alphametall
„Die großen Krisen unserer Zeit sind schlimm und bestürzend. Und dennoch sollten wir unseren Blick auf die größte Herausforderung für die kommenden Generationen gerichtet lassen – dem Klimawandel“, mahnt Dierk Behrmann. „Die Industrie in Deutschland kann durch einfache Energieeffizienzmaßnahmen etwa 30 Prozent Energie und damit tonnenweise CO2-Emissionen einsparen. Deshalb wollen wir auch mit gutem Beispiel voran gehen“, so Behrmann.
Erst vor kurzem traf Dierk Behrmann erneut eine langfristig wichtige Entscheidung für sein Lebenswerk: er ging eine strategische Partnerschaft mit Andreas Nickelsen und dessen Unternehmensgruppe Alphametall ein. Beide sind seit über 40 Jahren eng miteinander verbunden, persönlich und auch unternehmerisch.
Chancengleichheit für Frauen
Und beide sind sich einig, mit dieser strategischen Partnerschaft für bisherige und potentielle Kunden und Partner ein starkes Signal zu senden. „Denn die Bewältigung der großen Herausforderungen in unserer Branche,“ erklärt Behrmann, „wie zum Beispiel Rohstoffbeschaffungen, stabile Lieferketten oder klimaneutrales Wirtschaften, sind alleine kaum noch zu schaffen.“
Auch heute, mit über 80 Jahren, ist Dierk Behrmann umtriebiger denn je: Der Vater einer Tochter und eines Sohnes, die ebenfalls beide für die 3River Metal Group tätig sind, tritt aktiv ein für die Chancengleichheit für Frauen in der Aluminiumindustrie. „Aluminium ist weiblich. Daran habe ich schon immer geglaubt. Wir selbst fördern Frauen in unserer Branche seit jeher, auch in Führungspositionen“, erläutert Behrmann. „Das Führungsteam in den Unternehmen in Deutschland, Polen und Ungarn besteht fast ausschließlich aus Mitarbeiterinnen. Geschäftsführung und Prokuristen sind zu zwei Dritteln Frauen“.
Und nach 65 Jahren in der Aluminium-Industrie brennt Dierk Behrmann für die Sache wie am ersten Tag. Vor dem aktuellen politischen Weltgeschehen und der großen Unsicherheit bei den Lieferketten, plant Behrmann aktuell wichtige Investitionen in deutsche Produktionsanlagen, um so weiterhin den Kunden seine zuverlässigen Lieferketten zu gewährleisten.